FC Winterthur steigt als Rekord-Team in die Challenge League ein

Es gibt Niederlagen, die kosten drei Punkte. Und es gibt Niederlagen, die eine ganze Fussballwelt erschüttern. Die 2:3-Pleite gegen GC gehört in die zweite Kategorie. Der FC Winterthur führte 2:0, das Stadion glaubte an Rettung, an Widerstand, an eine weitere Saison gegen die Grossen. Und dann zerfiel alles, brutal, in wenigen Minuten. Wie ein Kartenhaus im Föhnsturm.

Schützenwiese wurde Denkmal

Vier Jahre nach der grossen Rückkehr in die höchste Liga endet das Abenteuer Super League mit einem bitteren Absturz. Am 21. Mai 2022 hatte Winterthur mit einem 5:0 gegen Kriens die ganze Ostschweiz elektrisiert. Nach 37 Jahren war der Klub zurück oben. Fussballromantik pur. Tränen. Euphorie. Die Schützenwiese wurde zum Denkmal eines kleinen, stolzen Klubs, der allen bewiesen hatte, dass Leidenschaft manchmal stärker sein kann als Geld.

Fussball kennt keine Gnade für Sentimentalität

Der FC Winterthur lebte in der Super League stets am Limit. Kaum ein Klub musste aus weniger mehr machen. Kleine Mittel, kleines Budget, aber ein grosses Herz. Oft war Winterthur nicht besser als der Gegner – aber wilder, mutiger, kompromissloser. Genau das machte diesen Verein so besonders. Die Schützenwiese war kein Stadion. Sie war ein Gefühl. Ein Ort, an dem Favoriten plötzlich das Zittern lernten.

Letzter Hoffnungsschimmer verschwunden

Ausgerechnet gegen GC, im Spiel der Wahrheit, verdunkelte sich der letzte Hoffnungsschimmer. Eine 2:0-Führung darf man in einem Abstiegskrimi nicht mehr aus der Hand geben. Nie.

Der Fall zurück in die Challenge League ist nicht nur sportlich schmerzhaft. Er ist auch symbolisch. Denn Winterthur war mehr als nur ein weiterer Klub in der Super League. Der FCW war der Gegenentwurf zum modernen Fussballgeschäft. Ehrlich. Unperfekt. Während anderswo Business-Pläne präsentiert wurden, lebte Winterthur von Leidenschaft und Identität.

Jetzt ist das Rekordteam der Challenge League zurück

In der Challenge League ist der FC Winterthur der Grösste. 2442 Punkte. Platz eins in der ewigen Rangliste. Dahinter folgen Aarau mit 1975 Punkten und Schaffhausen mit 1947 Punkten. Zahlen, die wie eine ironische Fussball-Poesie wirken. Winterthur gehört historisch zur Challenge League wie manchmal der Nebel zur Schützenwiese. Und trotzdem fühlt sich dieser Abstieg nicht wie Normalität an. Sondern wie ein Rückschritt einer Fussballkultur, die man in der höchsten Liga eigentlich braucht.

Denn Vereine wie Winterthur erinnern daran, worum es im Fussball einmal ging: um Stolz, Nähe und Leidenschaft. Nicht um Hochglanzfassaden.

Aber vielleicht liegt genau darin die Hoffnung

Winterthur war schon oft unten. Und fast immer kam dieser Klub zurück. Nicht reich. Nicht mächtig. Aber lebendig. Vielleicht beginnt genau jetzt bereits die nächste Geschichte. Eine neue Aufstiegsgeschichte. Eine weitere Revolte gegen die Logik des Geldes.

Denn eines hat dieser Verein in den letzten Jahrzehnten bewiesen: Der FC Winterthur mag absteigen. Verschwinden wird er nie.

FC Vaduz jagte wie ein Meister doch der FC Aarau holt die Pole-Position zurück

Der FC Aarau hat sich den Fussball zurückgeholt. Noch vor wenigen Wochen schien die grosse Anfangseuphorie der Saison 2025/26 bloss eine schöne Erinnerung zu sein. Acht Siege zum Auftakt, 24 Punkte aus acht Spielen – der FC Aarau marschierte wie mit Blaulicht durch die Liga. Nun ist der FCA zurück an der Spitze.

Yverdon zählte schon damals acht Punkte Rückstand, Vaduz neun. Die Tabelle wirkte wie ein früher Entscheid. Aber Fussball ist eben kein Verwaltungsakt. Sondern ein Nervenspiel. Und plötzlich begann Aarau zu zittern.

Während die Mannschaft von Runde 9 bis 35 an Tempo verlor und noch 55 Punkte holte, legte Vaduz einen fast meisterlichen Zwischensprint hin: 63 Punkte. Die Liechtensteiner frassen sich Meter um Meter heran, bis aus einem komfortablen Vorsprung eine bedrängende Situation wurde. Aarau verlor seine Selbstverständlichkeit. Die Leichtigkeit wich der Angst vor dem grossen Scheitern.

Zurück an der Spitze

Gerade deshalb ist dieser jüngste Abend in Vaduz mehr als bloss ein Auswärtssieg. Er ist eine Rückeroberung: Der FC Aarau hat sich den ersten Platz wieder geholt. Dort, wo er nach diesen ersten acht Runden eigentlich schon selbstverständlich schien. Aber eben nur schien.

Nun kommt es zum letzten Akt: Ein Punkt Vorsprung. Noch eine Runde. Noch einmal 90 Minuten zwischen Euphorie und Tragödie. Zwischen direktem Aufstieg und einem Sommer voller Fragen (sollte der Aufstieg nicht über die Relegation gelingen).

Die Ausgangslage ist einfach: Aarau kann es jetzt aus eigener Kraft schaffen. Genau das ist im Fussball manchmal das Schönste – und gleichzeitig das Gefährlichste. Denn plötzlich zählt keine Serie mehr. Nicht die acht Siege zu Saisonbeginn. Nicht die 63 Punkte von Vaduz in der grossen Aufholjagd. Nicht die Formtabellen. Nicht die Rechnerei. Nur noch die Nerven. Und genau dort beginnt jetzt die wahre Prüfung des FC Aarau. Der FCA empfängt Yverdon; die Waadtländer liegen auf Rang drei, während Vaduz zum Tabellensiebten FC Wil reist.

Daniel Gerber

Der FC Thun mit fünf Broten und zwei Fischen

Der FC Thun ist als Aufsteiger Schweizer Meister. In einer Liga, in der die Favoriten den Titel unter sich ausmachen. Und doch ist es passiert: Erst zum zweiten Mal in der Geschichte holt ein Aufsteiger den Titel. Dies erinnert gleichnishaft an ein historisches Ereignis.

Die Tiel im laufenden Jahrtausend gingen in der Super League an die vier grosse Namen des Schweizer Fussballs: 13mal an den FC Basel, 6mal an YB, 4mal an den FC Zürich und 2mal an GC. Anno 1952 holte GC übrigens einst den Meistertitel als Aufsteiger.

Der FC Thun kommt aus der Tiefe, aus der Realität der zweiten Liga. Aus kalten Abenden, leeren Rängen, Spielen ohne Bedeutung für den Rest der Welt. Ein Klub ohne Anspruch auf meisterliche Grösse. Ohne Verpflichtung zur Geschichte. Und genau das ist der Vorteil, denn wer nichts verteidigen muss, kann alles angreifen.

Jeder Sieg ein «Affront»

Die Grossen spielen um ihren Status. Um ihr Image. Um das, was sie zu verlieren haben. Der FC Thun spielt um nichts – und genau deshalb um alles. Ohne Angst. Ohne Sicherheitsnetz. Jeder Punkt ein «Diebstahl». Jeder Sieg ein «Affront» gegen die Ordnung. Und die Ordnung beginnt zu wanken.

Der FC Thun bringt in diese Saison nicht die Fülle der Grossen mit. Sondern etwas sehr Begrenztes: ein Kader, das auf dem Papier zu klein wirkt, zu unerfahren, zu unscheinbar.

Und genau hier setzt unsere Allegorie an – der Vergleich mit der Speisung der Fünftausend in der Bibel. Und damit beginnt die eigentliche Deutung.

Fünf Brote und zwei Fische

Fünf Brote und zwei Fische sind nicht nichts. Aber sie sind offensichtlich zu wenig für das, was bevorsteht. So wie Thun: nicht chancenlos, aber klar unterdimensioniert für einen Titelkampf. So auch in der Bibel, die Jünger konnten fünf Brote und zwei Fische auftreiben. Jesus vollbrachte anschliessend ein Wunder und somit konnten alle Anwesenden gesättigt werden.

Im übertragenen Sinn arbeitete auch der FC Thun mit dem wenigen, was da war; mit seinen fünf Broten und zwei Fischen. Und am Ende reichte es für ein Fussball-Wunder. Die Arbeit des FC Thun und auch die Bibel: Beide sind einen zweiten Blick wert!

HC Fribourg erinnert an epochale Geschichten

Fribourg ist Meister. Endlich. Und das nicht irgendwie, sondern in Spiel 7. Gegen den Rekordmeister. Dort, wo Titel nicht gewonnen, sondern entrissen werden. Das ist kein sportliches Resultat. Das ist eine Offenbarung.

Denn der HC Fribourg-Gottéron war nie das auserwählte Volk des Schweizer Eishockeys. Kein Serienmeister. Kein Machtzentrum. Kein Klub der Selbstverständlichkeit. Sondern einer der Wartenden. Der Hoffenden. Der immer wieder Gescheiterten. Wie oft standen sie vor den Toren? Wie oft sind sie gefallen, kurz bevor sich der Himmel hätte öffnen können? Und jetzt das.

Spiel 7 ist der Augenblick der Offenbarung. Da gibt es keine Taktiktafeln mehr, nur noch Wahrheit. Keine Ausreden, nur noch Charakter. Der Rekordmeister kommt mit der Geschichte im Rücken, mit Titeln wie Rüstung. Aber Rüstungen sind schwer. Und manchmal ist der Glaube leichter als Stahl.

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FC Thun zeigt der Swiss League (Eishockey) wie es gehen würde

Auch wenn Fussball-Eishockey-Vergleiche mit Vorsicht zu geniessen sind: Der FC Thun legt zwischen Fussball und Eishockey in der Schweiz einen wunden Punkt offen. Der FCT konnte nach dem Sieg der Challenge League aufsteigen und brillieren. Wer dagegen im Eishockey die Swiss League für sich entscheidet, bekommt es mit jeder Menge Hürden zu tun.

Der Fussball zeigt Durchlässigkeit als Leistungsprinzip. In der Super League und der Challenge League gilt ein klares Prinzip: Wer gut ist, steigt auf. Wer schwach ist, steigt ab. Der aktuelle Fall FC Thun zeigt genau das: Sportlich aufgestiegen ist das Team konkurrenzfähig und jetzt sogar im Titelrennen.

Das sendet eine starke Botschaft: Leistung wird belohnt. Die Liga bleibt dynamisch und glaubwürdig.

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HC Sierre gewinnt Titel – und wird vom System ausgebremst

Es ist ein Skandal für das Schweizer Eishockey: Der HC Sierre wird Meister der zweithöchsten Liga – und darf trotzdem nicht aufsteigen; respektive die Liga-Qualifikation gegen den HC Ajoie bestreiten. Statt sportlicher Belohnung gibt es Stillstand. Statt Aufstieg wird eine unsichtbare Mauer zwischen den Ligen gebaut.

Mit einem überzeugenden 4:1 im fünften Finalspiel sichert sich Sierre erstmals seit 1968 den Titel. Ein Triumph, der eigentlich der Anfang von etwas Grösserem sein sollte. Doch genau das wird zum Vornherein verhindert. Während Sierre feiert, profitiert ein anderer: Ajoie bleibt ohne sportliche Gegenwehr in der National League – zum wiederholten Mal.

Dabei steht Sierre exemplarisch für das, was Sport ausmachen sollte: Aufbau, Leidenschaft und Erfolg. Nach dem Konkurs 2013 kämpfte sich der Klub aus der 3. Liga zurück nach oben. Spätestens seit dem Einstieg von Chris McSorley wurde daraus ein ambitioniertes Projekt mit klarer Vision: Aufstieg in die National League.

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EHC Visp und HCC auf dem Sprung – die National League zittert vor der Swiss League

Gegenwärtig kämpfen der EHC Visp und der HC La Chaux-de-Fonds in der Swiss League um den Einzug ins Finale, mit dem Ziel, die Liga-Qualifikation zu erreichen. Die National League will ihre jedoch «ihre geschützte Werkstatt» ausbauen; durch das «Dazwischenschalten» den Ausbau der Swiss League zu einer U23-Meisterschaft. So soll der Aufstieg eines Teams aus der unteren Liga noch schwerer werden.

In der stärksten Liga Europas, in Schweden, hat sportliches Versagen in der höchsten Liga Konsequenzen: Der Verlierer aus der Serie der beiden letztplatzierten steigt direkt ab. Und sportlicher Erfolg in der zweithöchsten Spielklasse wird belohnt: Der Sieger steigt auf. Auf die laufende Saison hin kehrte beispielsweise das Traditionsteam Djurgarden Stockholm in die höchste Liga zurück.

Ebenso in Deutschland, dem bevölkerungsreichten Land in Europa: Der Sieger der DEL2 steigt auf. Der Verlierer der DEL findet sich eine Klasse tiefer wieder.

Anders in der Schweiz. Durch die Hürde der Liga-Qualifikation ist National League bereits zur «geschützten Werkstatt» mutiert.

U23 soll Niveau verwässern

Nun soll der Graben noch grösser werden: Der National League schwebt vor, die Swiss League zu einer erweiterten U23-Meisterschaft zu degradieren; sprich die aktuellen Swiss-League-Clubs werden durch U23-Mannschaften der National-League ergänzt; dadurch sollen Spieler länger Zeit haben, sich zu entwickeln. Gleichzeitig sinkt jedoch das Niveau der Liga.

Was wollen die Fans

Wer sich unter den Fans umhört, kommt immer wieder auf diesen Modus: Zwei durchlässige Zwölfer-Ligen. Das stärkt die Attraktivität beider Ligen. Denn:

  • In der National League wird bei diesem Modus immer gegen den Abstieg gekämpft und nicht immer wieder nur um die goldene Ananas.
  • In der Swiss League geht es immer um den Aufstieg.

Doch genau das versucht die NL mit allerhand Regularien konsequent zu verhindern, damit ja nicht eine Mannschaft zumindest «eine Ehrenrunde» in der unteren Liga drehen muss.

Alle schauen zu EHC Visp und HCC

Gegenwärtig kämpfen der EHC Visp und der HC La Chaux-de-Fonds gegeneinander um den Einzug ins Finale der Swiss League. Diese beiden Mannschaften würden die Bedingungen für den Aufstieg in die höchste Spielklasse erfüllen … mit dem nicht-aufstiegsberechtigten HC Sierre wartet aber ein grosser Brocken.

Sollte sich aber Visp oder La Chaux-de-Fonds im Finale durchsetzen, dürfte der HC Ajoie oder Ambri zittern.

Daniel Gerber

21. Elements of Rock Festival

Ein Jahr nach der Jubiläums-Party ist vergangen: Für das neute Elements of Rock 2026 wurde ein feines Lineup zusammengestellt. Erstmals am Elements of Rock werden Extol aus Norwegen uns mit ihrem atmosphärischen und kreativen Sound beglücken: Das Album «The Blueprint Dives» von 1995 bekam den Norwegian Grammy. Ihr Können bescherte der Band während ihrer Karriere Touren als Support von Bands wie Mastodon oder Opeth.

Als Freitag-Headliner haben wir Narnia aus Schweden am Start! Seit 1996 ist die Band im Geschäft und hatte gemeinsame Live-Shows mit Bands wie Stratovarius, Children of Bodom, Sonata Arctica oder Ronnie James Dio. Seit ihrem letzten Auftritt am Elements of Rock 2015 war die Bands unglaublich aktiv: Drei Studio Alben und ein Live-Album wurden produziert und zwischendurch hat die Band auf verschiedenen Touren und Festivals in Europa und Lateinamerika gespielt.

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EHC Olten strebt nach der Butter auf dem HC Thurgau-Brot

Nach zwei Playoff-Viertelfinal-Runden sticht vor allem eine Serie heraus: Der EHC Olten konnte sich in beiden Partien gegen den HC Thurgau durchsetzen – der siebte der Qualifikation bedrängt damit die Ostschweizer erheblich.

Das Startdrittel im Auftaktspiel konnte der HC Thurgau noch für sich entscheiden, doch zuletzt siegte der EHC Olten mit 6:3-Toren und auf eigenem Eis setzte sich die Mannschaft aus dem Kanton Solothurn erneut durch.

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EHC Basel und EHC Chur allein auf weiter Flur

Die Formkurven sprechen deutlich für den EHC Basel sowie den EHC Chur. Diese beiden Teams holten in ihren letzten zehn Spielen je 25 Punkte. Damit stehen sie alleine auf weiter Flur. Wenige Spiele vor dem Ende der Qualifikation sind die Mannschaften ganz unterschiedlich in Schuss.

Die Reihenfolge der Teams orientiert sich an der gegenwärtigen Tabelle.

20 Punkte: Leader HC Sierre hat acht seiner letzten zehn Matches für sich entschieden. In den vier letzten Matches holten die Walliser das Punktemaximum.

16 Punkte: Der HC Thurgau konnte zuletzt wieder zulegen, sechs der letzten acht Matches konnten die Ostschweizer siegreich gestalten.

16 Punkte: Der HC La Chaux-de-Fonds hat – allerdings auf hohem Niveau – etwas an Schwung verloren: In den beiden letzten Matches konnten die Neuenburger keinen Zähler mehr ergattern.

25 Punkte: Der EHC Basel hat in den letzten zehn Spielen ausnahmslos immer mindestens einen Zähler erstritten. Die Nordschweizer sind aktuell am besten im Schwung.

19 Punkte: Der EHC Visp hat in den letzten Matches die viertbeste Ausbeute in der Liga erzielt.

25 Punkte: Der EHC Chur kommt im Bereichszeitraum auf die gleiche Punktausbeute wie der EHC Basel.

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